Volkstrauertag 2020

Der Ablauf zum Gedenken an den Volkstrauertag war in 2020 bedingt durch die Coronaregeln anders als in den Vorjahren. Alle Kränze wurden vorab am Ehrenmal abgelegt.

Dieser Tag, der seit Jahrzehnten der Trauer gewidmet ist, ist in diesem Jahr auch ein Tag aktueller, ganz besonderer weltweiter Trauer. Nicht nur die kriegerischen Konflikte sind näher an uns herangerückt, auch eine die Welt umspannende Pandemie verbreitet Tod und Schrecken und mithin unendliches Leid.

Wir leben in Zeiten, in denen auch deutsche Soldaten an internationalen Einsätzen teilnehmen, in denen sie zu Opfern dieser terroristischen Art der Kriegführung wurden. Terror und Tote in der ganzen Welt, in Europa, auch in Deutschland. Unvorstellbare Ereignisse in mitten unter uns.

Geschichte wiederholt sich nicht. Wohl aber wiederholen sich menschliche Verhaltensweisen – im Guten wie im Bösen. Unser aller Hoffnung ist, dass die Erinnerung an das Leid des Krieges nicht zu Rache führt, sondern immer mehr Menschen und Nationen den Ausweg in einem friedlichen Zusammenleben der Völker suchen lässt.

Und so hoffen wir, dass nicht der Kult des Terrors, nicht die Ideologie einer scheinbar unfehlbaren Weltanschauung,  Religion oder siegreichen und scheinbar heldenhaften Nation unser Denken und Handeln prägen mögen, sondern die Würde und Unversehrtheit des Individuums.

Dass Soldatenfriedhöfe, so wie Albert Schweitzer einst sagte, endlich die großen Prediger des Friedens sein mögen. Dann wird, das haben wir erlebt, Versöhnung über den Gräbern möglich. Dann kann Frieden beständig sein. Dafür tragen wir gemeinsam Verantwortung.

Lasst uns der Toten gedenken:

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg: an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben,
und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern
und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.

Erntedankfest am 05.10.2020

Wir haben unser Erntedankfest bei trockenem Wetter vor der Kirche feiern können. Wie immer haben fleißige Hände die gespendeten Gaben sehr dekorativ aufgebaut. Herzlichen Dank allen Helfern!

Regional-Gottesdienst am 19.07.2020 in Schloss Baum

Hier geht es zum Video des Regional-Gottesdienstes in Schloss Baum

 

Sportliche Kirche

Sport und Kirche - geht das? Jedenfalls hat der TSV Eintracht Bückeberge unsere Kirchengemeinde zu seinem 111. Jubiläum eingeladen. Als Auftakt soll es ein Elfmeterschießen geben. Ferienzeit: Woher die Schützen nehmen? Mein Nachbar Klaus-Dieter, dem ich davon erzähle, bietet sich spontan an. Bei ihm kann man allerdings nie sicher sein, ob er nicht doch nur einen Scherz macht. Zwar stellt er klar, lange nicht mehr gespielt zu haben, aber er sei doch zumindest in der Vergangenheit ein treffsicherer Fußballer gewesen. Hilferuf an den Gemeindekirchenrat. Eine Positive Rückmeldung: Gerd, der Angetraute einer Gemeinderätin. Das war's. Oder doch nicht?

Meine Ehefrau Renate hat Ideen: Wie Marcel wohl zu so 'ner Sache steht - der ist doch hoch lizensierter Fußballtrainer? Spielt Theresa nicht seit Jahren Fußball? Ob Abraham mitmachen würde? Was ist mit jemandem aus der Kooperationsgemeinde?

Ich frage also in Sülbeck nach. Pastor Hauschild will sich drum kümmern. Ich rufe Abraham an. Er hat keine Erfahrung, sagt aber sofort freudig zu, muss allerdings noch klären, ob das mit seiner Schicht vereinbar ist. Theresa ist im Nachbargarten. Ich gehe zu ihr und frage sie. Klappt nicht. Ausgerechnet an dem Tag steht eine große Familienfeier an. Marcel ist sofort einverstanden. Leider habe ich ihm zunächst den falschen Wochentag für den Wettbewerb genannt. Als ich dann auf Freitag korrigiere, muss er passen, da trainiert er eine Vereinsmannschaft. Anruf bei Anne: Sie will eine ihrer Nachbarinnen motivieren. Die traut sich nicht. Aber ihr Vater und ihr Bruder sagen zu. Das mit dem Bruder zerschlägt sich, weil sich die TSV-Veranstaltung mit dem Spiel seiner eigenen Mannschaft überschneidet.

Am Vortag der Meldung zum Elfmeterschießen dann die frohe Botschaft: Gerd hat Klaus (nicht zu verwechseln mit Klaus-Dieter) angesprochen, der ist dabei. Sülbeck hat anscheinend so schnell niemanden gefunden. Trotzdem geschafft: vier Teilnehmer, Teamstärke. Meldung beim TSV. Etwas später unser Nachbarpastor. Der Sohn einer Sülbecker Gemeinderätin ist bereit mitzumachen. Wäre toll gewesen, lässt sich jetzt aber kaum noch realisieren. Dankeschön und Erklärung im Telefongespräch mit dem Sülbecker Kandidaten.

Dann der große Tag: Etappenweise treffen sich unsere Akteure auf dem Weg zum Mühlenbach-Stadion, teils in schickem Sportdress, teils in sportiver Freizeitkleidung. Der Wettbewerb beginnt.

Nach zwei Durchgängen steht fest: Den Pokal holen andere. Aber die Stimmung ist gut. Es hat Spaß gemacht.

Sport und Kirche - das passt!

Werner Mania

Erntedankfest 2019

Die Kirchengemeinde feiert
Erntedank und Treckertreff beim Gemeindefest


In Schaumburger Tracht brachten Sonja Schröder und Wolfgang Krumsiek die Erntekrone in das wunderbar geschmückte Gotteshaus. Bei seiner Begrüßung erinnerte Pastor Bürger daran, dass die Kirchengemeinde an diesem Sonntag genau vor 65 Jahren gegründet wurde. In seiner Predigt verwies er darauf, dass der Mensch als Teil der Schöpfung angehalten ist, mit der Natur verantwortlich umzugehen. Orgel, Posaunenchor und Chor sorgten für die musikalische Stärkung.

Neben dem aktuell zu Recht im Vordergrund stehenden Klimaschutz gehört aber vor allem der konkrete Schutz unserer Mitmenschen zur Bewahrung der Schöpfung. Beim Erntedankfest vor einem Jahr sind Unterschriften für den Verbleib von Abraham Sohou gesammelt worden. Der Flüchtling von der El¬fenbeinküste wohnte in Wendthagen und nahm als Christ an allen Aktivitäten der Kirchengemeinde teil. Eine Reihe von engagierten Menschen aus der Kirchengemeinde und von anderswo haben Politiker auf den Fall aufmerksam gemacht, die es letztlich geschafft haben, dass Abraham Sohou bleiben und seine Ausbildung zum Altenpfleger fortsetzen durfte. Er war am Erntedank-Sonntag im Gottesdienst.

Beim Hinausgehen nach dem Gottesdienst fielen die kunstvollen Wandbehänge an der Empore sofort ins Auge. Angefertigt hatte sie die Gruppe Quilt-Spaß, die noch weitere Patchwork-Arbeiten im Gemeindehaus vorstellte. Ebenfalls hier verdeutlichte Doris Poll von der Töpfergruppe, wie deren Werke in großer Vielfalt entstehen. Jeder Besucher durfte sich zuvor am Kirchenausgang ein Blatt aus Ton mitnehmen.
Im Gemeindehaus gab es Kaffee und andere Getränke, Kuchen, Brot und Salate. Draußen lockten Bratwürste vom Grill. Das Wetter hatte sich zum Besseren besonnen. So konnte alles sowohl drinnen als auch draußen verzehrt werden.

Die Treckerfreunde Wendthagen und befreundete Clubs waren mit ihren Oldtimern ebenso wie das Löschfahrzeug der Ortsfeuerwehr eine Attraktion für Klein und Groß. Die Kinder hatten auch sonst ihren Spaß bei vielen von Anne Krull organisierten Spielen. Auch Erwachsene versuchten, ihre Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Mut brachten sie bei der Turmbesteigung mit Werner Mania auf. Der Lohn waren Informationen über die drei Glocken und der „hautnahe“ Kontakt zu ihnen. Besonders interessant ist, dass eine der Glocken aus der Zeit vor der Reformation stammt. Mehr als ein halbes Jahrtausend ist die Glocke also schon an Erntedank zu hören. Karin Jansweidt war als Schulkind dabei, als die Glocke mit dem Pferdefuhrwerk nach Wendthagen geholt wurde. Am vorigen Sonntag hat sie dann die Glocke an ihrem Bestimmungsort wiedergesehen.

Die farbenfrohen Kirchenfenster enthalten teilweise interpretationsfähige bildliche Darstellungen. Den Anstoß, kurz zu notieren, was gemeint sein könnte, machte die KKK-Gruppe “Kirche, Kunst, Kultur”, die sich neben einer Vielzahl anderer Themen auch damit schon beschäftigt hat.
In der Pilgerecke der Kirche gab es die Möglichkeit, sich über die Rogate-Kirche als Pilgerkirche auf dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda zu informieren. Der Kirchenchor versammelte sich in der Kirche, um mit interessierten Besuchern gemeinsam zu singen.

Das Gemeindefest trägt der Tatsache Rechnung, dass man den Wert der Schöpfung nur ermessen kann, wenn man auch deren Schönheit erfasst. Dazu gehört es, es sich einfach einmal gutgehen zu lassen. Es ist beeindruckend, dass sich immer wieder Menschen finden, solche Momente zu schaffen.   

Werner Mania